The Love That Remains
Magnús (Sverrir Guðnason) und Anna (Saga Garðarsdóttir) sind verheiratet oder waren verheiratet. Irgendwas dazwischen. Die Liebe ist ihnen irgendwie ziemlich abhandengekommen. Sie ist Künstlerin und malt mit Rost auf Leinwand. Er ist wochenlang weg auf einem Fischkutter. Drei Kinder haben sie auch. Auf Island leben sie. In der Natur, mit der Natur, zusammen und aneinander vorbei. Wenn Magnús "Maggie" vom Kutter kommt, wohnt er bei seinen Leuten: wegen der Kinder, weil er so verloren wirkt ohne seine Familie und weil er einen renitenten Hahn zähmen kann. Sie essen gemeinsam, wandern als Familie. Papa fährt mit der 17-jährigen Tochter Auto, und einen Schäferhund haben sie auch. Ganz normal und eben nicht. Den Stand seiner Beziehung zu Anna beschreibt Magnús so: "Ich kenne sie, und ich kenne sie wieder nicht."
Wie schwer fällt es, einen stringenten Handlungsfaden zu weben, um Hlynur Pálmasons Familienfilm THE LOVE THAT REMAINS zu beschreiben. Das liegt daran, dass der isländische Filmemacher fragmentarisch erzählt. Die Zusammenschau der Teile ergibt dann ein expressives, fast schon poetisches Ganzes. Lakonisch ist der Tonfall, die Szenen, in 4:3 und auf 35 Millimeter gedreht, gewinnen allein durchs Hin- und Zuschauen eine ganz eigene Faszination.
Island, Schweden, Frankreich, Dänemark 2025
Regie: Hlynur Pálmason
Mit: Sverrir Gudnason, Saga Garðarsdóttir, Ída Mekkín Hlynsdóttir u.a.