Our Girls
Die Freundschaft der beiden Mädchen Elise (Frédérique van Baarsen) und Madelon (Rosa van Leeuwen) beginnt mit einem Schlag. Mehr soll hier nicht verraten werden. Das Überraschungsmoment ist zu schön. Außerdem hindert diese erste Begegnung die niederländischen Eltern der Mädchen nicht daran, gemeinsam ein Haus in den österreichischen Alpen zu kaufen. Jahr für Jahr verbringen sie fortan ihre Ferien in der Idylle. Längst sind Elise und Madelon Teenager und haben sich in den gleichen Jungen verguckt. Mit dem Quad sind die drei unterwegs. Da passiert es. Nach einem Unfall liegt Elise im Koma. Madelon kam scheinbar mit nur leichten Verletzungen davon. Die beiden Elternpaare stehen sich gegenseitig bei. Zugleich nagt an ihnen die Ungewissheit: Wie konnte es zu dem Unfall kommen? Die Fragen stellen sich umso drängender, als Madelon als Spätfolge des Unfalls ein neues Herz braucht und Elise eine mögliche Spenderin sein könnte. Was ist, wenn die Freundin Schuld ist? Soll sie dann trotzdem das Herz bekommen?
Der niederländische Regisseur Mike van Diem, der auch das Drehbuch zu dem Drama OUR GIRLS (VOOR DE MEISJES) schrieb, nutzt den Kontrast als Stilmittel. Sein Familien- und Beziehungsfilm hat durchaus satirische Momente und nimmt das Dilemma, das die Eltern durchleben müssen, zugleich ernst. Die Berglandschaft weiß er „malerisch“ auf die Leinwand zu bringen. Die Innenwelt des Krankenhauses leuchtet er in kaltem Weiß aus. Mit immer neuen Wendungen spannt er den Bogen zwischen Freundschaft und Verdacht. Der Unfall und seine Folgen untergraben alle Grundfesten.
Drama; Niederlande 2026; Regie: Mike van Diem; Darsteller: Fedja van Huêt, Noortje Herlaar, Thekla Reuten u.a.