Mit leiser Stimme
Onkel Daly ist tot. Nichte Lilia (Eya Bouteraa) kommt aus Paris zur Beerdigung zurück in ihren tunesischen Heimatort Sousse. Ihre Partnerin Alice (Marion Barbeau) tarnt sie als "Mitbewohnerin", denn in Tunesien steht Homosexualität unter Strafe. Offiziell, denn Lilias Mutter Wahida (Hiam Abbass) und ihre Großmutter wussten, dass sich Daly zu Männern hingezogen fühlte. Sie tolerierten es in aller Stille. Ob sie auch akzeptieren können, dass Lilia lesbisch ist? Und weitere Fragen treiben die Heimkehrerin um: Wie starb ihr Onkel wirklich? Warum war er nackt, als man ihn fand? Die Polizei interessiert sich dafür und Lilia noch mehr. Ihre Motive sind dabei sehr unterschiedlich.
Leyla Bouzid ließ ihren dritten Langfilm MIT LEISER STIMME auf der Berlinale 2025 erstmals das Licht der Leinwand erblicken und sammelte eine Nominierung für den Teddy Award ein. Die in Paris lebende Tunesierin verwischt gezielt die Grenzen zwischen den Genres. Die Regisseurin reibt sich am Widerspruch zwischen privat akzeptierten Realitäten und der offiziellen Gesetzeslage in ihrem Land. Sie nutzt die Dynamik, die sich aus den Sicht- und Lebensweisen von drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen speist. Nicht zuletzt ist MIT LEISER STIMME ein Krimi, denn man will nun schon wissen, wie Daly ums Leben kam.
Wir zeigen die Originalversion mit deutschen Untertitel (OmU).
Queer.Life.Duisburg
Drama; Tunesien, Frankreich 2026; Regie: Leyla Bouzid; Darsteller: Hiam Abbass, Eya Bouteraa, Marion Barbeau u.a.