Meeting the Buddha
Karmapa Rangjung Rigpe Dorje, das Oberhaupt der buddhistischen Karma-Kagyü-Linie, hat Lust zu scherzen. Vor großem Publikum erhöht auf einem Podium sitzend, weist er auf einen grauhaarigen Mann. "1969 war er ein Hippie", sagt der 16. Karmapa. Ein glücklicher Hippie, denn zusammen mit seiner Frau Hannah nahm der Däne, der sich selbst als wilder Wikinger erlebte, an der Zeremonie der schwarzen Krone in Nepal teil. Es war eine Erleuchtung. Es war eine Begegnung mit Buddha, denn Karmapa ist keine Person, sondern die Verkörperung der Aktivitäten Buddhas. Das Ehepaar trug fortan die Botschaft der Karma-Kagyü-Linie in alle Welt. Die beiden Europäer erfüllten, was sich ihr Oberhaupt wünschte: Der Buddhismus sollte möglichst viele Menschen erreichen. Marta György-Kessler erinnert mit ihrer Doku MEETING THE BUDDHA an den 1981 verstorbenen 16. Karmapa. Zum Teil bislang unveröffentlichte Archivaufnahmen lassen das Charisma (und den Charme) des Oberhaupts durchscheinen. Zugleich schaut sie auf das Ehepaar Ole und Hannah Nydahl und ihr weltweites Wirken. Es hatte Einfluss auf die Bildsprache der Filmemacherin: Ruhig, beobachtend, fast selbst schon meditativ durchmisst ihre Hommage drei Leben, die über sich selbst hinaus ragten. Hannah Nydal starb bereits 2007. Ihr Mann beendete 2026 diese Inkarnation.
Dokumentarfilm, Deutschland 2026, Regie: Marta György-Kessler