Leibniz - Chronik eines verschollenen Bildes

Die junge Malerin Aaltje van de Meer (Aenne Schwarz) steht vor einer unmöglichen Aufgabe. Im Jahr 1704 soll die Künstlerin im Auftrag der Kurfürstin von Hannover (Barbara Sukowa) ein Porträt von Gottfried Wilhelm Leibniz erstellen. Leibniz hat jedoch eine Abneigung gegen Pinselartisten. Pierre-Albert Delalandre (Lars Eidinger), der sich als erster an dem Werk versucht, gibt entnervt auf. So greift eine als Mann getarnte Frau zum Pinsel und arbeitet sich am Bild und dem Mann ab, den es zeigt. Immerhin: van de Meer und Leibniz finden auf eine gewisse Weise zueinander. Der Philosoph sagt zu ihr: "Wollen wir ein wenig miteinander denken?" Wenn das kein Kompliment ist! Mit dem berühmten Vordenker der Aufklärung spricht sie über Gott und Welt, Sein und Nichtsein. Und siehe: Aaltje van de Meer hat so ihre ganz eigenen Gedanken zu dem, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält.

Regisseur Edgar Reitz (HEIMAT) hat mit 92 Jahren das kammerspielartige Biopic LEIBNIZ - CHRONIK EINES VERSCHOLLENEN BILDES zusammen mit Gert Heidenreich und Anatol Schuster umgesetzt. Reitz gelingen barocke Schauwerte. Seine Hommage an einen Universalgelehrten vermag zudem mit klugen und wohlgesetzten Dialogen zu unterhalten und zum Selberdenken anregen. Reitz weiß dabei selbst, dass es ein Alterswerk ist, denn die Sanduhr im Film ist ein keineswegs zufällig eingesetztes Requisit. Die Mahnung zur Vernunft feierte in diesem Jahr auf der Berlinale Premiere.

Deutschland 2025

Regie: Edgar Reitz, Anatol Schuster

Darsteller: Edgar Selge, Lars Eidinger, Barbara Sukowa u.a

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Ab 6 Jahren  |  103 Minuten