Die Camino-Therapie - Finde deinen Weg

Die Richterin verurteilt Adam (Julien Le Berre) zum "Weg der Abkehr". Das geht so: Entweder Knast oder Jakobsweg-Wandern. Volle 2000 Kilometer von Le Puy-en-Velay in Frankreich bis Santiago de Compostela in Spanien. Der rebellische Jugendliche geht nicht allein. Die Lehrerin Fred (Alexandra Lamy) begleitet ihn. Sie hat gerade nichts anderes zu tun. Ihr Mann hat sie verlassen. Zu ihrer Tochter hat sie keinen Kontakt, und die Schule hat sie suspendiert. Fred hat eine Schülerin geohrfeigt. Sie trägt ebenfalls mehr Gepäck als in einen Rucksack passt. Was sich Schritt für Schritt herausstellt: Fred ist genau die Richtige für Adam, in dem es wütet und tobt. Und Adam ist genau der Richtige für Fred, die auf dem Weg neuen Halt sucht. Sie ist weder Ersatzmutter noch Freundin. Sie ist Begleiterin, Vertraute und doch vielleicht so etwas wie Familie.

Den "Weg der Abkehr" kennt das französische Justizsystem tatsächlich. Regisseur Yann Samuell, der auch das Drehbuch zu dem Pilger-Movie DIE CAMINO-THERAPIE - FINDE DEINEN WEG schrieb, hat sich von dieser Idee inspirieren lassen. Seine Figuren aber sind fiktiv. Samuell schrieb ihnen Geschichten vom Verlassenwerden und Zueinanderfinden zu. Er nutzte den Initiationsweg schlechthin als Bildstrecke. Das eröffnet die Aussicht auf sehenswerte Panoramen. In diesem Rahmen agieren Julien Le Berre und Alexandra Lamy als ein Traumpaar der etwas anderen Art. Die erfahrene Schauspielerin und der Debütant harmonieren sogar dann, wenn sie sich streiten oder anschweigen. Alexandra Lamy gewinnt durch ihre resolute Entschlossenheit die Sympathie des Publikums. Der junge Le Berre beherrscht die Kunst, Wut, Verzweiflung, Trauer und Ironie auf einmal auszudrücken. Und was er auch kann: das "Ave Maria" rappen.

Frankreich 2026

Regie: Yann Samuell

Mit: Alexandra Lamy, Julien Le Berre, Mélanie Doutey u.a.

 

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Ab 12 Jahren  |  113 Minuten

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