Der verlorene Mann
Es klingelt an der Tür. Sekunden später ist die Kunstlehrerin Hanne (Dagmar Manzel) in einer Dreiecksbeziehung. Kurt (Harald Krassnitzer), der Mann, der klingelt, hat nämlich Alzheimer. Er hat deshalb schlicht vergessen, dass er seit Jahrzehnten nicht mehr mit Hanne verheiratet ist. Die Ex-Frau lebt inzwischen mit dem pensionierten Pfarrer Bernd (August Zirner) zusammen. Kurt zieht erst einmal ein. Erst aus Nächstenliebe und dann auch so. Was die Dinge nicht ganz einfach macht: Kurt findet, bewusst oder nicht, dass Hanne gewisse eheliche Pflichten hat.
Regiedebütant Welf Reinhart nimmt dem oft bleiernen Alzheimer-Thema die Schwere. In seiner zärtlich-bitteren Komödie DER VERLORENE MANN gelingt dies mit der notwendigen Ernsthaftigkeit. Es ist schon lustig, wenn Kurt denkt, dass Bernd derjenige ist, der unter Demenz leidet. Es ist mehr als anrührend, wenn das Trio Hand in Hand am Strand spaziert. Das Schauspieler-Trio hält die Balance. Bei den komischen Momenten stürzt nichts ins Alberne ab, in den weniger lustigen Szenen schaut der Film nicht in den Abgrund der Betroffenheit.
Deutschland 2025
Regie: Welf Reinhart
Mit: Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer, August Zirner u.a.