Calle Málaga - Ein Zuhause in Tanger
Das Wiedersehen macht keineswegs Freude. Die 79-jährige María Ángeles (Carmen Maura) erhält nach einem Jahr endlich Besuch von ihrer Tochter Clara (Marta Etura). Aus Spanien ist die frisch geschiedene Frau ins marokkanische Tanger gekommen. Dort lebt ihre Mutter seit über 40 Jahren in einer eigenen Wohnung. Clara aber hat eine böse Botschaft im Gepäck. Sie will die Wohnung verkaufen. Ihre Mutter soll zu ihr nach Madrid ziehen. Zu verhandeln gibt es da nichts mehr. Handeln lässt sich aber durchaus. María besetzt ihr enteignetes Zuhause. Die Möbel sind inzwischen verscherbelt. Kurzerhand macht sie aus ihrem Heim eine Sportsbar und verdient so das Geld für den Rückkauf. Nur gut, dass der Möbelhändler Abslam noch über ganz andere Fähigkeiten verfügt.
Regisseurin Maryam Touzani traf mit ihrer Dramödie CALLE MÁLAGA - EIN ZUHAUSE IN TANGER einen Nerv. Das Publikum beim Filmfest in Venedig schenkte dem Widerstandskampf seine Gunst. Die Geschichte von einer Frau, die um ihre Heimat kämpft, gewann den Publikumspreis. Das filmforum-Publikum mag die familiäre Hausbesetzung ebenfalls sehr. Denn Regie und Drehbuch sparen mit dem Süßstoff. Die Rückeroberung hat dabei ohne Frage ihre komischen und berührenden Momente. Marta Etura spielt die Tochter kompromisslos. Der Almodóvar-Star Carmen Maura, inzwischen älter als die Protagonistin im Film, überzeugt als eine Frau, die kein Opfer sein will. Marokko ist bei der WM dabei. Marias Wohnung wäre ein Ort fürs Public Viewing.
Drama, Romantik; Frankreich 2025; Regie: Maryam Touzani; Darsteller: Carmen Maura, Marta Etura, Maria Alfonsa Rosso u.a.