Biermann

Dieses Jahr ist ein Biermann-Jahr. Der 1936 in Hamburg geborene Liedermacher, Aktivist und Poet Wolf Biermann wird am 15. November 90 Jahre alt. Am 17. November jährt sich zum 50. Mal seine Ausbürgerung aus der damaligen DDR. Im Anschluss an ein von der IG Metall organisiertes Konzert in Köln am 13. November sperrten ihn die Mächtigen aus. Ihre Begründung: "grobe Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten". Und 2026 ist auch deshalb ein Biermann-Jahr, weil es sich gerade jetzt lohnt, an sein 1968 geschriebenes Gedicht "Ermutigung" zu erinnern. Da heißt es: "Du lass‘ dich nicht verhärten - in dieser harten Zeit."

Der mit dem Europäischen Filmpreis und einem Golden Globe ausgezeichnete Filmemacher Jens Meurer bringt - ebenfalls zur genau richtigen Zeit - das Porträt über einen nach wie vor streitbaren Mann in die Kinos. Weil jeder, der Wolf Biermann besuchte, erst mal zwei Stunden seine Lieder anhören musste, orientiert sich die Doku BIERMANN an seinem musikalischen Schaffen. Natürlich spielt das Köln-Konzert eine Rolle, seine Kindheit im Nazi-Land und seine Übersiedlung 1953 in die DDR. Joachim Gauck spricht, Campino sitzt mit ihm zusammen. Wolfgang Niedecken kommt zu Wort. Aber vor allem fasziniert, wenn Biermann, entspannt auf einer Bank an der Elbe sitzend, mit Feuer und Selbstironie aus seinem Leben erzählt. Denn er spricht ja nicht nur über sich, sondern über Deutschland, einem geteilten, vereinten, gespaltenen Land. Und was ermutigt: So bitter die Zeiten auch sein mögen, Wolf Biermann hat sich nicht verbittern lassen.

Dokumentarfilm, Deutschland 2026, Regie: Jens Meurer

 

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FSK ?  |  120 Minuten

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