Barry Lyndon
Als Stanley Kubrick 1975 sein Meisterwerk BARRY LYNDON in die Kinos brachte, suchten die Kritiker nach Wortschöpfungen und Superlativen. So groß war ihre Begeisterung. Vier Oscars, darunter quasi naturnotwendig bestes Kostümdesign und beste Kamera, bekam die Verfilmung von William Makepeace Thackerays Roman ebenfalls. Kubrick, der Pedant der Filmkunst, hatte mit Finesse ein ganzes Zeitalter wiederauferstehen lassen. Jede Szene ist bis in den letzten Winkel durchdacht. Um die Aufnahmen bei Kerzenschein und nur bei Kerzenschein drehen zu können, lieh sich Kameramann John Alcott Linsen bei der NASA. Es entstand eine Art Sittenporträt. Die Geschichte des Barry Lyndon, der im Siebenjährigen Krieg zwischen alle Fronten gerät, offenbart auch die kühle Grausamkeit des Zeitalters. Stilbildend wirkte das Werk zudem. Das Dunkel der Zeit ins Bild zu setzen, ist in Historienfilmen inzwischen üblich. Die NASA braucht’s dafür nicht mehr.
Großbritannien 1975
Regie: Stanley Kubrick
Mit: Ryan O'Neal; Marisa Berenson, Patrick Magee u.a.