Albrecht Weinberg - Es ist immer in meinem Kopf
Die Szenen berühren: Ein junges Mädchen beugt sich herunter zu Albrecht Weinberg und sagt: "Ich bin dankbar." Andere lassen sich mit dem Mann im Rollstuhl fotografieren, als wäre er ein Popstar. Der Überlebende des Holocausts liest vor Jugendlichen seine eintätowierte Nummer vor und fragt die Schülerinnen und Schüler: "Habt Ihr auch ein Tattoo?" Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel porträtieren in ihrer Doku ALBRECHT WEINBERG - ES IST IMMER IN MEINEM KOPF einen außergewöhnlichen Menschen mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Ganz normal begann sie in Leer mit Grünkohl und Plattdeutsch, wie er erzählt. Bis die Nazis seine Familie ermordeten. 1947 emigrierte er gemeinsam mit seiner Schwester in die USA. Er wollte nie wieder nach Deutschland. 2012 kehrte er mit seiner schwer erkrankten Schwester dann doch zurück nach Leer. Gerda Dänekas war damals seine Pflegerin. Nach dem Tod der Schwester zog er mit der heute 76-Jährigen zusammen. Sie begleitete ihn, wenn er aus seinem Leben erzählte. Albrecht Weinberg bezeugte die Schrecken von damals, um vor den Schrecken von heute zu warnen. Das Porträt fasst an, gerade weil es einen Mann zeigt, der nicht verbittert ist, sondern Versöhnung will - allerdings nicht auf Kosten eines "Haben wir schon genug gehört". Albrecht Weinberg starb im Mai im Alter von 101 Jahren. Der Film ist sein Vermächtnis.
Dokumentarfilm Deutschland 2026, Regie: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel