Wie das Leben manchmal spielt
Wenn was schiefgeht, dann aber so richtig. Marie-Line Leroy (Louane Emera) verliert ihren Job als Kellnerin. Sie hatte den Truffaut-Liebhaber Alexandre (Victor Belmondo) zu intensiv angegafft. Als sie ihn später küssen will, landet sein Kopf auf einer Motorhaube und die 25-Jährige vor Gericht. In den Knast muss sie nicht, aber die Geldstrafe ruiniert sie. Richter Gilles d'Outremont (Michel Blanc) hat ein Einsehen und engagiert sie für einen Monat als seine Fahrerin. Im pinken Renault Twingo mit geklebter Stoßstange kutschiert die - trotz aller Widrigkeiten - lebensfrohe Frau den eher miesepetrigen Juristen und Beifahrer durch die Gegend. Da bleibt ausreichend Zeit für Wortgefechte und genug Gesprächsstoff, um voneinander zu lernen. Zum Beispiel, was das Wort Symbiose bedeutet und dass Frauen gerne Blumen geschenkt bekommen. Wer was von wem gelernt hat, lässt sich in der heiter-ernsten Komödie WIE DAS LEBEN MANCHMAL SPIELT unzweideutig erfahren. Der französische Regisseur und Drehbuchautor Jean-Pierre Améris nutzte den Roman "Changer le sens des rivières" von Murielle Magellan als Handlungsanweisung. Die Adaption hat dabei eigene Qualitäten. Denn die Chemie zwischen Louane Emera (VERSTEHEN SIE DIE BÉLIERS?) und dem renommierten Michel Blanc (ES SIND DIE KLEINEN DINGE) erzeugt enorm viel Energie. Ein Teil verwandelt sich in Reibungshitze, der große Rest in Herzenswärme. Was erwähnt werden muss: Michel Blanc verstarb im Oktober 2024.
Frankreich 2024
Regie: Jean-Pierre Améris
Darsteller: Louane Emera, Michel Blanc, Victor Belmondo u.a.