Was uns verbindet

Schon der Titel passt zum Akzente-Programm: WAS UNS VERBINDET. Die warmherzige Geschichte umso mehr. Regisseurin Carine Tardieu erzählt von Verbindlichkeit mit Witz und Sentiment in zwölf Kapiteln. Ihre Adaption eines Romans von Alice Ferney führt vor Augen, dass nicht nur Blut dicker ist als Wasser. Die nachbarschaftlichen Familienbande spinnen sich der Not geschuldet. Sie fesseln nicht, sie schaffen reißfesten Halt. Eher widerwillig erklärt sich Sandra (Valeria Bruni Tedeschi) bereit auf den fünfjährigen Elliott (César Botti) aufzupassen. Nachbarin Cecile muss zur Entbindung ins Krankenhaus. Die Buchhändlerin, eine Frau in den 50ern, soll sich bitte um den Sohn kümmern. Was niemand ahnen kann: Cecile stirbt während der Geburt. Ihr Mann Alex (Pio Marmaï) muss sich um die kleine Tochter kümmern und ist zugleich überwältigt von der Trauer. Sandra wird für Elliott zu einem emotionalen Anker. Auch wenn sie keine Mutterrolle übernimmt, wird die selbstbewusste Single-Frau zu einem Teil der Familie. Valeria Bruni Tedeschi überzeugt als eine Frau, die keine neue Bindung sucht, sich der Nähe aber ebenso wenig verweigert. Es ist nun auch schwer, dem frechen Charme des kleinen Elliott, gespielt von César Botti, zu widerstehen.

Frankreich 2024, Regie: Carine Tardieu; Darsteller: Pio Marmaï, Valeria Bruni Tedeschi, Vimala Pons u.a.

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Ab 6 Jahren  |  107 Minuten