Pressure
James Stagg (Andrew Scott) trägt eine schwere Last. Der führende britische Meteorologe soll die Wetterbedingungen für den D-Day voraussagen. Hohe Wellen, Regen und Sturm könnten die Landung an der Küste der Normandie zum Scheitern bringen. An dem Unternehmen Overlord sind nicht weniger als 160.000 Soldaten auf 5.000 Schiffen beteiligt. Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower (Brendan Fraser) ist nervös. Die Generalprobe verlief katastrophal. Kaum mehr als 60 Stunden bleiben Stagg für seine Vorhersage für den geplanten Tag des Angriffs am 5. Juni 1944. Sein amerikanischer Kollege Colonel Krick (Chris Messina) glaubt zu wissen: Der Tag wird sonnig. Der Brite widerspricht und mahnt zur Verschiebung. Er sagt aber voraus, dass einen Tag später günstige Winde für das kriegsentscheidende Wagnis herrschen werden.
Der Titel für Anthony Maras Weltkriegsdrama PRESSURE ist wohl gewählt. Es geht um mehr als um ein Tiefdruck-Gebiet über dem Ärmelkanal. Der Hochdruck, der auf allen Verantwortlichen lastet, wird in praktisch jeder Szene spürbar. Andrew Scott spielt den Wissenschaftler, der sich an Fakten und Daten orientiert, überzeugend nüchtern. Eisenhower lässt Stagg wissen: Seine Einschätzung entscheide über Sieg und Niederlage des gesamten Krieges. In so einer Haut möchte man nicht stecken. Der reale Hintergrund: Der Streit zwischen den beiden Meteorologen hat so oder so ähnlich tatsächlich stattgefunden. Der Schauspieler David Haig verdichtete den Konflikt zu einem Theaterstück. Maras wahrt den Stil und verwandelte die Vorlage in eine Art Kriegskammerspiel. Diese entscheidende Schlacht wird nicht mit Waffen, sondern mit Worten geführt. Die Inszenierung verzichtet entsprechend weitgehend auf Action, allerdings keineswegs auf Spannung.
Drama, Kriegsfilm, Thriller; Großbritannien 2026; Regie: Anthony Maras; Darsteller: Brendan Fraser, Kerry Condon, Andrew Scott u.a.