Perfect Days

Was tut Hirayama (Koji Yakusho), wenn er nichts tut? Er sitzt im Park. Er hört Musik von Kassetten, liest Bücher. Er fotografiert Bäume mit einer Kamera, in der noch ein echter Film ist. Jeder Tag ordnet sich auf diese Weise. Hirayama lebt allein, ist aber nicht einsam. Seine Wohnung ist klein und doch ein Zuhause. Er spricht wenig und hat doch was zu sagen. Hirayamas Nichte Niko (Arisa Nakano) kehrt irgendwann in seine Wohnung ein. Sie ist wohl von ihren Eltern weggelaufen. Der stille Mann kümmert sich. Und bleibt allein, aber nicht einsam.

Wim Wenders war in diesem Jahr mit gleich zwei Filmen beim Festival in Cannes vertreten. Seine Dokumentation ANSELM (ebenfalls in diesem Monat) war an der Croisette zu sehen sowie im Wettbewerbsprogramm das stille Drama PERFECT DAYS. Hauptdarsteller Koji Yakusho gewann den Preis als bester Darsteller. Wenders war ursprünglich nach Japan gereist, um eine weitere Dokumentation zu drehen. Die architektonisch besonderen Toilettenhäuschen der Hauptstadt sollten das Thema sein. Das Projekt nahm dann eine ganz andere Wendung. Der Regisseur und Drehbuchautor verwandelte die Architektur-Skizze in eine Hommage an ein stilles und tiefes Leben, gefilmt im engen 4:3-Format. Wenders unterlegt die perfekten Tage in Tokio mit der Musik aus dieser analogen Welt. "Perfect Day" von Lou Reed ist (natürlich) Teil des Soundtracks.

Japan 2023

Regie: Wim Wenders

Darsteller: Tokio Emoto, Arisa Nakano, Aoi Yamada u.a.

 

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Ab 0 Jahren  |  123 Minuten

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