Kalter Hund

Opa ist tot. Ausgerechnet an seinem 100. Geburtstag ist er aus dem Leben geschieden. Und das selbstgewählt. Enkelin Fanny (Lea Drinda) findet ihn im Obergeschoss des so bayrischen Hauses mit Blick auf Berge und Grün. Marianne (Corinna Harfouch), die Ehefrau des Jubilars, hat allerdings die Feier lange geplant und will sie deshalb nicht absagen. Trotzdem kommt der Schwindel raus, als die Blaskapelle ein Ständchen spielt und Opa vom Balkon aus so gar nicht winken will. Das ist schon mal alles nicht gut. Richtig blöd wird es aber, als Fannys Onkel Kasimir (Thomas Mraz) das Testament nicht finden kann. Dafür tauchen Fotoalben auf, die vermuten lassen: Opa war möglicherweise ein Nazi. Das ist nur eines von mehreren Familiengeheimnissen. Es gibt einen Grabstein eines Unbekannten auf dem Kompost. Vielleicht hilft wirklich nur eine therapeutische Familienaufstellung, um eine wahrhafte Klärung der Verhältnisse herbeizuführen.

Der Regisseurin Pauline Roenneberg ist in der schwarzhumorigen Familientragödie KALTER HUND so ziemlich gar nichts heilig. Tradition mischt sich mit Esoterik. Wer in diesen Generationengraben schaut, bekommt leicht Schwindelanfälle. Das ist sehr lustig und sehr tragisch, zuweilen ironisch unterlegt mit Blasmusik. Aber man will nun schon wissen, was es mit dem Grabstein auf sich hat. Die Regisseurin, die für ihre Arbeit als Dokumentarfilmerin bekannt ist, nahm ihr Handwerkszeug beim Wechsel ins fiktionale Fach mit. Die Szenen könnten zu einer teilnehmenden Beobachtung gehören. Den Eindruck verstärkt, dass sie ihren Stars wie Corinna Harfouch und Lea Drinda Freiraum zum Improvisieren ließ. Nebenbei: Der Film basiert - was die Grundkonstellation angeht - auf einer wahren Begebenheit.

Tragikomödie, Deutschland 2026, Regie: Pauline Roenneberg; Darsteller: Corinna Harfouch, Lea Drinda, Simon Pearce u.a.

 

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Ab 12 Jahren  |  125 Minuten

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