Juliette im Frühling

Als Bilderbuchfamilie gehen Juliettes Leute keinesfalls durch. Die junge Illustratorin von Kinderbüchern (Izïa Higelin) gönnt sich zwei Wochen Pause von Paris und besucht ihre Lieben in der Provinz. Ruhe kommt nicht auf. Papa Leonard (Jean-Pierre Darroussin) vergisst, dass seine Tochter kommt, serviert aber Toast mit Käse. Für Schwester Marylou (Sophie Guillemin) läuft es gerade sehr chaotisch. Angefeuert von Liebhaber Adrien (Thomas de Pourquery) versucht sie, den Alltagswahnsinn in den Griff zu bekommen. Denn Ehemann Stéphane (Eric Caravaca), die beiden Töchter und ihr Job als ambulante Frisörin wollen gemanagt werden. Mutter Nathalie (Noèmie Lvovsky) malt Bilder mit nackten Frauen drauf. Ist das schon Freiheit? Und dann ist da noch die Oma (Liliane Rovère), die gerade ins Pflegeheim gekommen ist. Juliette hat offenbar ein Jahr bei ihr gelebt. Sie kann sich aber beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Alle sind irgendwie erst vom Leben und später ganz wörtlich von Juliette gezeichnet.

Zum Thema Bilder: Die Vorlage zu der tiefgründigen Komödie JULIETTE IM FRÜHLING lieferte die autobiographische Graphik-Novel "Juliette" von Carmy Jourdy. Regisseurin Blandine Lenoir (MADAME AURORA UND DER DUFT VON FRÜHLING) steigerte sie im Zusammenspiel mit Drehbuchautorin Maud Ameline zu einem plastisch-prallen Familienporträt. Es gibt einiges zu lachen, unter anderem spielt eine Ente eine komische Rolle und eine Katze fällt gerne vom Dach. Es gibt noch mehr zu schmunzeln. Und doch kann es nicht schaden, zur Sicherheit ein Taschentuch dabei zu haben. Blandine Lenoir weiß auch zu rühren. Izïa Higelin spielt ihre erste Hauptrolle. Bemerkenswert: Ausgerechnet eine Rocksängerin ist das "Auge im Orkan". Nebenbei: Sie hat strahlende Augen.

Frankreich 2024

Regie: Blandine Lenoir

Darsteller: Izïa Higelin, Sophie Guillemin, Salif Cissé u.a.

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Ab 12 Jahren  |  98 Minuten

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