Hirten

Der kanadische Werbetexter Mathyas (Félix-Antoine Duval) kann nicht mehr und will auch nicht mehr. Die Hektik zwischen Headline und Deadline hat ihn ausgebrannt. Der Stadtmensch steigt aus. Er reist in die Provence und erklärt, dass er fortan als Hirte arbeiten will. Die Menschen im Ort halten den Städter für verrückt. Nicht ganz zu Unrecht. Der Jobneuling lernt schnell: Schafe sind alles andere als lammfromm. Immerhin, die Verwaltungsbeamtin Élise (Solène Rigot) glaubt an ihn. Sie schmeißt ebenfalls ihren Job und entdeckt ihre Liebe zum Herdentrieb. Ihr Beitrag zum Erfolg: Sie hat einen Collie als Hütehund dabei. Gemeinsam treiben Élise und Mathyas allen Widernissen zum Trotz 827 Schafe durch die provenzalischen Alpen.

Die Idee, allen Zwängen zu entfliehen, hat einen ganz realen Ursprung. Regisseurin Sophie Deraspe nutzte für ihren Aussteigerfilm HIRTEN den semi-autobiographischen Roman von Mathyas Lefebure als Vorlage. Diese Nähe zum wirklichen Leben zeichnet den ruhig erzählten Film aus. Die Regisseurin romantisiert den Beruf keineswegs. Mathyas, der vom Hüten gar keine Ahnung hat, muss mehr als einen Rückschlag hinnehmen, lernt mehr als eine Lektion auf die harte Tour. Wetter und Wölfe fordern die Seiteneinsteiger heraus. Die großartigen Landschaftsaufnahmen, mal karg, mal sattgrün, lassen erkennen, dass es sich lohnt, sich allen Härten zu stellen. Solène Rigot und Félix-Antoine Duval durchmessen die Strecke als ein perfekt harmonierendes Paar, gerade weil sie so unterschiedlich sind. Gern lässt man sich von ihnen durch das Off-Road-Movie führen, das beim Filmfest in Toronto seine Weltpremiere feierte.

Frankreich, Kanada 2024; Regie: Sophie Deraspe; Darsteller: Félix-Antoine Duval, Solène Rigot, Younès Boucif u.a.

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FSK ?  |  113 Minuten

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