Hannah Arendt - Denken ist gefährlich

Es ist die Stimme von Nina Hoss, die diese Sätze spricht: "Noch nie war unsere Zukunft unberechenbarer. Noch nie waren wir von politischen Kräften abhängig, dass sie den Regeln der Vernunft folgen." Es sind die Worte von Hannah Arendt. Aufgeschrieben aber hat sie die politische Theoretikerin vor vielen Jahrzehnten. Das mag trösten, weil das Leben augenscheinlich schon immer gefährlich war. Das mag frustrieren, weil sich gesellschaftlicher Lernerfolg offenbar nicht einstellen will. Die dreifache Emmy-Gewinnerin Chana Gazit und Maia E. Harris haben der 1906 geborenen Frau, die den Begriff von der "Banalität des Bösen" prägte, sehr aktuell porträtiert. Ihre Doku HANNAH ARENDT: DENKEN IST GEFÄHRLICH erinnert an eine lebenslustige Frau. Sie beschreibt eine Deutsch-Jüdin, die 1933 nach der Verhaftung durch die Gestapo aus der Nazi-Diktatur floh. Der Film macht neugierig auf eine amerikanische Publizistin, die für das freie Denken einstand wie kaum eine andere. Originalzitate, gelesen von Nina Hoss, vermitteln, wie sie historische Ereignisse und Prozesse wahrgenommen hat. Anlass für das Erinnern an eine furchtlose Denkerin ist der 50. Todestag am 6. Dezember.

Dokumentarfilm Deutschland 2025; Regie: Chana Gazit, Maia E. Harris, Jeff Bieber

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Ab 12 Jahren  |  91 Minuten