Gentle Monster

Die Konzertpianistin Sylvie (Léa Seydoux) ist mit ihrem Mann Philip und dem gemeinsamen Sohn aufs bayrische Land gezogen. Er hatte einen Burnout und sehnt sich nach Ruhe. Damit ist es schnell vorbei, als die Sonderermittlerin Elsa Kühn (Jella Haase) ins Haus kommt und den Computer von Philip beschlagnahmt. Er steht unter dem Verdacht, kinder- und jugendpornographische Dateien zu besitzen. Er behauptet, er habe das Material aus Recherchegründen gespeichert. Für Sylvie bricht eine Welt zusammen. Was wusste sie über den Mann, mit dem sie ihr Leben teilt? Und wie soll sie ihrem Sohn die Lage erklären? Sie versucht, ihre Ehe zu retten. Sylvies Mutter (Catherine Deneuve) gibt einen Rat: „Du musst dich übergeben.“ Das wirke reinigend. Danach soll sie Philips Namen nicht mehr aussprechen. In ihrer Hilflosigkeit wird die Beamtin Elsa zu ihrer Kontaktperson. Doch die junge Frau hat eigene Sorgen. Ihr wenig liebenswerter Vater, um den sie sich kümmert, leidet an Demenz.

Die Regisseurin Marie Kreutzer (CORSAGE) schaut weniger auf Täter und Opfer. Ihr hochkarätig besetztes Drama GENTLE MONSTER nimmt die Perspektive der Angehörigen ein. Léa Seydoux spielt überzeugend die Rolle einer Frau, die ihrem Mann am liebsten glauben würde und zugleich an ihm zweifelt und verzweifelt. Jella Haase als sachlich den Fall abarbeitende Polizistin setzt einen Kontrapunkt. Dass auch die Ermittlerin ein Privatleben mit eigenen Sorgen hat, macht ihre Figur umso spannender. Der Wettbewerbsbeitrag bei den Filmfestspielen in Cannes gewinnt damit eine zusätzliche Ebene und an Tiefe. Besondere Erwähnung verdienen die Szenen mit Catherine Deneuve als Sylvies Mutter.

DE, FR, AT 2026, Regie: Marie Kreutzer, Darsteller: Jella Haase, Laurence Rupp, Catherine Deneuve u.a.

 

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Ab 16 Jahren  |  115 Minuten

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