Funeral Casino Blues
Wenn es Nacht wird in Bangkok. Jen (Jutamat Lamoon) geht dann ihrem Zweitjob nach. Sie ist jedermanns „Freundin“. Ausländer können ihre Gesellschaft mieten. Wenn es sein soll, auch für Sex. Mit dem Barmann Wason (Wason Dokkathum) verbindet sie so etwas wie Liebe. Mindestens ist es Zuneigung, wenn sie sich an ihn auf dem Rücksitz seines Motorrads anschmiegt und durch die dunkle Stadt rauscht. Wason hat sie aus einer bedrohlichen Situation mit einem „Kunden“ gerettet. Eine Waffe kam dabei zum Vorschein. Der Mann der Tat ist selbst nicht frei. Er hat Schulden und würde einen Lotteriegewinn nutzen, um sich freizukaufen. Eines Nachts ist Jen fort. Einfach so, ohne ein Wort. Ihr wahrer Freund nimmt zusammen mit Jens Mitbewohnerin Pim (Jutarat Burinok) die Spur auf. Er will sie im Dschungel der Großstadt aufspüren.
Roderich Warich ist ein Regisseur aus Deutschland und hat FUNERAL CASINO BLUES mit deutschen Geldern produziert. Dennoch, Warich hat einen thailändischen Film gedreht. Gesprochen wird in Thai, mit Laiendarstellerinnen und Laiendarstellern aus Bangkok. Die Europäer im Film bleiben anonyme Fremde. An ihnen ist Warich nicht interessiert, an Jen und Wason durchaus. Sie stehen im Zentrum einer Liebesgeschichte, die sich in eine Gangster-Story verwandelt, um zum Schluss Geister nicht nur zu beschwören. Das Dunkel der Nacht setzt den Farbton, leidlich erhellt durch neonbuntes Licht oder fahle Flurleuchten. Die Tour de Force entwickelt enorme visuelle Sogwirkung und bricht durch die Melange der Genres mit Sehgewohnheiten.
Wir zeigen die Originalversion mit deutschen Untertiteln.
Drama, Deutschland 2025, Regie: Roderick Warich; Darsteller: Jutamat Lamoon, Wason Dokkathum, Jutarat Burinok u.a.