Frühstück bei Audrey
Rémi (Vincent Macaigne) verkauft über Tag Kunstrasen. Kein Wunder, dass er sich mit Plastik auskennt. Den Abend verbringt der von der Liebe enttäuschte Mann in den Vierzigern mit Audrey. Sie ist blond, blauäugig, aber nicht sehr redselig. Kein Wunder, die „Freundin“ ist eine Puppe in Menschengestalt. Für sie kocht er sogar, wenn auch ein Fertiggericht. Bis die Gespielin plötzlich zum Leben erwacht. Rémi beschwert sich erst beim Hersteller und beginnt dann aber doch so etwas wie eine ganz reale Beziehung mit der makellosen Mitbewohnerin. Ein bisschen Feinarbeit erscheint notwendig. Denn die Frau an seiner Seite weiß vom Leben eigentlich nur, dass sie Rémi liebt. Da gibt es einiges mehr zu entdecken. Außerdem wünscht sich der ehemalige Puppenspieler, dass die Schönheit vielleicht ein bisschen emanzipierter sein könnte. Und weil das Leben mit einer beinahe echten Frau nicht kompliziert genug ist, spielt Rémis neue Kollegin Patricia (Cécile de France) eine ernstzunehmende Rolle in seinem Leben.
Weil immer so ernst über künstliche Intelligenz diskutiert wird, nähert sich Sophie Beaulieu dem Thema auf sommerleichte Weise. Ihre Komödie, mit melancholischen Untertönen, FRÜHSTÜCK BEI AUDREY lotet mal burlesk und mal charmant aus, wie echt Liebe wirklich sein kann und muss. Vincent Macaigne spielt den Mann mit Puppe auf dem Sofa wunderbar unbeholfen. Zoe Marchal als Audrey verwandelt sich von einem starblickenden Kunstwesen in einen veritablen Wirbelwind.
Komödie, Frankreich 2025, Regie: Sophie Beaulieu; Darsteller: Vincent Macaigne, Cécile de France, Zoé Marchal u.a.