Father Mother Sister Brother

Jim Jarmusch kanns noch. Der Kultregisseur des Independent-Kinos, inzwischen 72 Jahre alt, hat im vergangenen Jahr in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Und das mit einem Anti-Action-Film, wie Jarmusch sein Triptychon FATHER MOTHER SISTER BROTHER selbst charakterisierte.

Gleich drei Familien nehmen vor der Kamera Aufstellung: Irgendwo in den USA stoßen Jeff (Adam Driver) und seine Schwester Emily (Mayim Bialik) mit ihrem Vater (Tom Waits), der nach dem Tod seiner Frau vermutlich mittellos ist, mit Tee an. Selten genug sieht sich die Restfamilie. In Dublin treffen sich Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) zum jährlichen Besuch bei ihrer hartkantigen Mutter (Charlotte Rampling). In Paris sichten die Geschwister Skye (Indya Moore) und Billy (Luke Sabbat) den Nachlass ihrer Eltern, die bei einem Flugzeugabsturz über den Azoren ums Leben gekommen sind.

Was bei diesen Wiedersehen von Menschen, deren Blut zumindest dicker sein sollte als Wasser, passiert und was gesagt oder verschwiegen wird, ordnet Jarmusch den Kapiteln "FATHER", "MOTHER" sowie "SISTER, BROTHER" zu.

Als lakonisch wird der Filmstil des Regisseurs oft beschrieben. Gefühllos oder gar distanziert zeigt sich die Tragikomödie jedoch keineswegs. Wie sollte das auch funktionieren mit einer derart hochkarätigen Besetzung? Cate Blanchett, Vicky Krieps, Charlotte Rampling, Tom Waits, Adam Driver und Mayim Bialik - bekannt aus "The Big Bang Theory" - machen mit Sinn für Gefühl und Timing "in Familie". Die drei Episoden stehen jeweils für sich. Wiederkehrende Motive, darunter eine gefälschte oder vielleicht doch echte Rolex, verbinden Vignetten über Menschen, die sich schon ewig kennen - und vielleicht sogar lieben.

Komödie, Drama; USA 2025; Regie: Jim Jarmusch; Darsteller: Cate Blanchett, Adam Driver, Vicky Krieps u.a.

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Ab 12 Jahren  |  110 Minuten

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