Es sind die kleinen Dinge

Alice (Julia Piaton) lässt sich vor allem auf eine Weise beschreiben: als patent. Sie ist die Frau für alles und noch mehr in dem 400-Seelen-Ort Kerguen in der Bretagne. Als Bürgermeisterin stemmt sie sich gegen Ladenschließungen, hört sich an, wer neben wem auf dem Friedhof liegt, und beseitigt Schlaglöcher auf der Straße höchst persönlich. Und das ist nur eine Auswahl aus ihrem Tagespensum. Von Beruf ist die Frau mit den wehenden Haaren als Lehrerin an der Dorfschule tätig. Dort taucht ein neuer Schüler auf. So ganz neu ist Émile (Michel Blanc) irgendwie nicht. Der 65-Jährige will endlich lesen und schreiben lernen. Naja, allzu lang sollte sie sich mit dem Sturkopf nicht rumschlagen müssen. Der Schule droht die Schließung. Bis dahin muss Émile dringend (Liebes-)Briefe schreiben und lesen lernen.

Die Geschichten aus dem Leben einer Bürgermeisterin (und ihres neuen besten Freundes) hat Regisseurin Mélanie Auffret als warmherzige Feel-Good-Komödie ES SIND DIE KLEINEN DINGE inszeniert. Julia Piaton als toughe Macherin muss man dabei einfach gernhaben. Michel Blanc als spätberufenes I-Dötzchen mit Ranzen auf dem Rücken und Kippe im Mund sichert sich ebenfalls Sympathiepunkte.

Zugleich schwingt auf der Basslinie mit: Die Regisseurin nimmt in den Blick, wie ländliche Gemeinden veröden. Der französische Originaltitel übersetzt sich mit "Die kleinen Siege". Sie gilt es zu feiern.

Frankreich 2023

Regie: Mélanie Auffret

Darsteller: Michel Blanc, Julia Piaton, Lionel Abelanski u.a.

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Ab 12 Jahren  |  91 Minuten