Die Giacomettis

Alberto Giacometti (1901-1966) gehört zu den bekanntesten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Die feingliedrigen, dünnen und langgezogenen Skulpturen verbindet man beim Anschauen sofort mit seinen Namen. Weniger bekannt, Giacometti stammt aus dem Bergell-Tal im schweizerischen Graubünden. Der Kunstsinn war ihm und seinen drei Geschwistern Diego, Ottilia und Bruno in die Wiege gelegt. Vater Giovanni war ein spätimpressionistischer Maler, der in München und Paris gelebt hatte, bevor er mit seiner Frau Annetta in das so selten vom Licht durchflutete Tal zurückkehrte. Die Schweizerin Susanna Fanzun, im benachbarten Engadin aufgewachsen, hat deshalb ein Familienporträt gezeichnet. Ihre Kunst-Doku DIE GIACOMETTIS stellt die Beziehung zwischen den Mitgliedern der Familie her. Diego entwarf Möbel und lebte mit seinem Bruder Alberto in Paris. Bruno wurde Architekt. Die mit 33 Jahren verstorbene Schwester Ottilia gestaltete als Weberin Stoffe. Doch der Familien-Chronistin Susanna Fanzun geht es um mehr: Sie stellt eine Verbindung zur Landschaft her und verortet die Giacomettis im Dorf Bergell. Alberto Giacometti ging zwar früh nach Paris, blieb aber seiner Heimat stets verbunden. Die Regisseurin folgt dabei dem Zeitstrahl, beginnt ihren Ortstermin mit dem Vater, stellt seine Kunst vor, um dann Albert in den Mittelpunkt zu stellen. Seine jüngeren Geschwister folgen. Die Chronologie spinnt den Faden, auf dem sich die Perlen einer zehnjährigen Spurensuche über die Familie Giacometti glänzend aufreihen.

Schweiz 2023

Regie: Susanna Fanzun

Darsteller: Alberto Giacometti, Diego Giacometti, Giovanni Giacometti u.a.

 

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Ab 0 Jahren  |  100 Minuten