Das tiefste Blau
Als Tereza (Denise Weinberg) von der Arbeit im Schlachthof nach Hause kommt, umrahmt ein goldener Kranz die Tür ihrer Holzhütte. Eine Medaille erhält sie ebenfalls. Mit 77 Jahren ist Tereza nun offiziell alt. Und was macht die brasilianische Regierung? Sie schickt Alte in die Kolonie. Angeblich haben sie es da besser. Sicher ist: Sie kommen nie zurück. Tereza aber hat andere Pläne. Sie entkommt und beginnt eine Flusskreuzfahrt auf dem Amazonas. Mit ihrem letzten Geld will sie sich ein Stück vom Himmel kaufen. Sie wird so viel mehr bekommen und wundersamen Menschen begegnen.
Ganz selbstverständlich erzählt Regisseur Gabriel Mascaro in DAS TIEFSTE BLAU von einer dystopischen Zukunft. Alte kommen in die Kolonie. So ist das eben. Man nimmt es hin, vor allem, wenn man nicht alt ist. Ganz und gar nicht selbstverständlich ist Terezas Ausbruch, von Denise Weinberg aufs Wunderbarste gespielt. Da verwandelt sich das Wasserstraßen-Movie zu einer Utopie. Für die berauschenden Dschungelbilder im 4:3-Format ist niemand zu alt oder zu jung. Mascaro erhielt auf der Berlinale den Preis der Jury und damit einen silbernen Bären.
Brasilien 2025
Regie: Gabriel Mascaro
Darsteller: Denise Weinberg, Rodrigo Santoro, Miriam Socarras u.a.