Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

FSK 6 119 min Drama

Produktion: Deutschland 2022

Verleih: Pandora

Darsteller: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Nazmi Kirik

Regie: Andreas Dresen

Die Bremer Hausfrau und Mutter Rabiye Kurnaz nimmt es sogar mit US-Präsident George W. Bush auf, um ihren Sohn Murat aus dem Gefangenenlager Guantanamo zu befreien...

Frau Kurnaz (Meltem Kaptan) hat Post von ihrem Sohn bekommen. Der Brief kommt von einer Insel und dort sitzt ihr Sohn im Gefängnis. Weil nun Frau Kurnaz weiß, dass ihr Sohn unschuldig ist – und wer könnte das besser wissen, als eine Mutter? – geht sie zum Anwalt. Die Adresse von Bernhard Docke (Alexander Scheer) hat sie aus dem Bremer Telefonbuch. Unter R wie Rechtsanwalt stand sein Name. Den Brief hat sie gleich mitgebracht, wegen der Adresse. Der Absender ist nämlich Murat Kurnaz, Guantanamo Bay, Kuba. Da staunt der sehr korrekte Herr Docke nicht schlecht. Dann macht er sich an seine Arbeit, denn er ist ja wie gesagt sehr korrekt. Im Auftrag von Rabiye Kurnaz verklagt er den amerikanischen Präsidenten George W. Bush vor dem Supreme Court in Washington.
Die wahre Geschichte des zu Unrecht fünf Jahre inhaftierten Murat Kurnaz erzählt Regisseur Andreas Dresen (GUNDERMANN) mit einer satten Portion Humor nach. Ein Lustspiel ist RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH dennoch nicht. Dafür ist der Fall zu bitter. Wie die Mutter im Büro des Anwalts ihren Fall schildert, das wirkt gleichwohl ausgesprochen komisch. Wie sie mit ihrem Anwalt in der Limousine durch das nächtliche Washington fährt und sich die beiden entschlossen anschauen, das wirkt anrührend. Wenn sich die beiden so unterschiedlichen Menschen, die überbordend optimistische Rabiye Kurnaz und der steife, leicht nasal sprechende Jurist näherkommen und Freunde werden, das wärmt das Herz. Geht denn so was? Vielleicht geht es nur so: Denn kaltherzig verschleppten die amerikanischen Behörden Murat Kurnaz und hielten ihn von 2001 bis 2006 ohne Anklage in dem Lager fest. Ebenso gefühllos verurteilten Teile der Öffentlichkeit den vermeintlichen "Bremer Taliban". Aberwitzig erscheint es, dass bereits früh feststand, dass Murat Kurnaz unschuldig war, aber – so heißt es – die deutschen Behörden ihn nicht wieder im Land aufnehmen wollten. Da wirkt der Perspektivwechsel und der humoristische Grundton keineswegs beschönigend: Vielmehr zieht Dresen auf die Seite einer Mutter, die um ihren Sohn kämpft. Die deutsch-türkische Comedienne Meltem Kaptan erhielt dafür den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin. Laila Stieler bekam den Bären für das beste Drehbuch.

Verfügbare Formate:
2D
Heute Sa 28.05. So 29.05. Mo 30.05. Di 31.05. Mi 01.06. Do 02.06.

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