Leander Haußmanns Stasikomödie

FSK 12 116 min Komödie

Produktion: Deutschland 2021

Verleih: Constantin Film

Darsteller: David Kross, Antonia Bill, Deleila Piasko

Regie: Leander Haußmann

Hätte Ludwig Fuchs doch einfach die Vergangenheit ruhen lassen, denn seine dicke Stasi-Akte dokumentiert neben seinem Engagement als Systemkritiker auch allzu Privates...

Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) war auch mal jung. Und bei der Stasi. Das kam so: Die Chefspitzel der DDR wollten die Künstlerszene am Prenzlauer Berg infiltrieren. Ludger (jetzt David Kross), der brav an der roten Ampel stehen bleibt, schien der perfekte Maulwurf. Der junge Mann weiß sich anzupassen. Allzu perfekt. Denn schon bald verwandeln sich seine Berichte in Gedichte, wie seine Aufsicht feststellt. Mit staatlicher Billigung (jedenfalls zunächst) verwandelt sich Ludger von einer Laus im Pelz der Bohème in einen lausigen Spion, dafür aber auch in einen talentierten Literaten. Er verliebt sich in die kluge Corinna (jetzt Deleila Piasko). Das lässt sich in gewisser Weise anhand seiner Stasi-Akte beweisen, denn die Überwacher des Überwachers haben auch sehr intime Begegnungen gefilmt, auf Tonband aufgenommen und mitgeschrieben. Wie das nun alles rauskommt, 30 Jahre danach? Weil die Familie es so wollte, hat sich der inzwischen hoch angesehene und als Widerständler gefeierte Autor seine Stasiakte gezogen. In dem dicken Schriftwerk findet sich ein zerrissener Brief mit ebenso frivolem wie verräterischem Inhalt. Frau und Kinder wollen wissen, was damals so los war. Ja, und es war wirklich eine Menge los.
Leander Haußmann findet: Nach 30 Jahren dürfe man auch mal über die Stasi lachen. Und er sagt: Das waren ja vielleicht Menschen wie du und ich. Mehr so wie Du und weniger wie Ich. Wie auch immer, Ostalgie schwingt in STASIKOMÖDIE nicht mit. Zumal Interieur, Frisuren und Kleidung daran gemahnen, dass früher keineswegs alles besser war. Der Sound(track) der 80iger ist jedoch keinesfalls zu verachten. Die Tonlage ist eher satirisch grell. Detlev Buck gibt einen überkorrekten Polizisten. Henry Hübchen einen Stasi-Offizier, dessen Leben und Leber schon mal besser in Form waren. Weitere schräge Figuren haben ihren Auftritt. David Kross und Deleila Piasko sind bei aller Komik eine gewisse Ernsthaftigkeit nicht abzusprechen. Beide waren bereits in FELIX KRULL ein Paar. Haußmann weiß, wovon er spielen lässt. Sein Vater hatte in der DDR Berufsverbot. Über ihn selbst führte die Stasi ebenfalls eine Akte.
Mit dem sehr bewusst überschießenden Lustspiel (Zweideutigkeit beabsichtigt) STASIKOMÖDIE schließt Leander Haußmann seine DDR-Trilogie ab. SONNENALLEE und NVA waren die ersten beiden Stücke.

Verfügbare Formate:
2D
Do 26.05. Heute Sa 28.05. So 29.05. Mo 30.05. Di 31.05. Mi 01.06.

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