Land des Honigs

FSK 6 90 min

Produktion: MK 2019

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Darsteller: Hatidze Muratova, Nazife Muratova, Hussein Sam

Beim Blick runter ins Tal wird einem schwindelig. Doch keine Bange: Hatidze setzt sicher jeden Schritt. Sie klettert hoch in eine Felswand Mazedoniens, greift ein brüchiges Stück Stein und findet dahinter das Erhoffte: eine Wabe wilder Bienen. Sorgsam „erntet“ sie den Honig, einen für die Tiere ermutigenden Chant singend. Die 55-jährige Frau mit Kopftuch und gegerbtem Gesicht nimmt den Bienen nicht alles. Die natur-goldene Regel lautet: Die Hälfte für die Bienen, die Hälfte für die Imkerin. Sie ist die letzte echte Bienenjägerin Europas, wie es in dem preisgekrönten Dokumentarfilm LAND DES HONIGS von Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov heißt. Ihr Leben in der Natur und mit der Natur berauscht. Die Aufnahmen davon sind fast poetisch. Wie zärtlich erzählen die Autoren von dem Leben der Frau mit ihrer Mutter und davon, wenn sie sich das Haar färbt für den Besuch in der Hauptstadt Skopje. Dann aber kommen Nomaden ins Dorf und mit ihnen flieht der Frieden: Von der Fifty-Fifty-Regel halten sie nichts. Der Raubbau der Konkurrenz droht Hatidze aus dem Geschäft und die Natur aus der Balance zu drängen. Das ist dann nicht allein spannend: Das ist praktisch eine Allegorie zum modernen Wirtschafsleben, das nachhaltiges Denken und Wirken als Kinderei schwedischer Schulschwänzerinnen verunglimpft. Die Familie mit dem Wohnwagen im Dorf ist Abglanz der Konzerne. Genug davon, denn LAND DES HONIGS erzählt vor allem aufs Zauberhafteste, was zu verloren gehen droht. Auf dass man es schätzen lernt. So wie die Juroren beim Sundance-Festival, die die Doku gleich mit drei Preisen bedachten. In der Reihe Weltkino am 29. und 30.11., 18.30 Uhr (OmU). Weitere Aufführungen im November.

Verfügbare Formate:
2D OmU
Weltkino

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