Es hätte schlimmer kommen können - Mario Adorf

FSK (noch) unbekannt 96 min

Produktion: Deutschland 2019

Regie: Dominik Wessely

Darsteller: Mario Adorf, Senta Berger, Margarethe von Trotta

Sein Wunsch geht in Erfüllung. Vor einigen Jahren hat der Kapitalismuskritiker Mario Adorf gesagt, er würde gern Karl Marx spielen. Vor einem Jahr bekam er den Zuschlag für die Rolle in einer ZDF-Doku. Da war er schon 88 Jahre alt und zugleich ein Mann voller Lebensfreude, Lebenslust und Lebenskraft. Dominik Wesselys Dokumentation ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN – MARIO ADORF setzt ihn mit marxistischem Rauschebart und einem Vergleichsfoto in Szene. Doch das Filmporträt eines großen Schauspielers blickt natürlich vor allem zurück. Auf sehr unterhaltsame Weise: Adorf erzählt, wie er bei der Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule in München von der Probebühne fiel. Ganz nebenbei zitiert er aus dem Kopf und mit Verve die Verse aus Schillers Wallenstein, die er damals vorsprach. Man könnte sich in all diesen Anekdoten verlieren. Dazu gehört auch, dass ihm das Publikum eins schlecht verzeihen konnte: Als Schurke Santer hatte er in Winnetou I die Schwester des Indianer-Helden, Nscho-tschi, erschossen. Die Dokumentation (mit Senta Berger und Margarethe von Trotta) kann mehr als nacherzählen und an Filmbeispielen eine großartige Karriere nachzeichnen. Sie stellt den Menschen Mario Adorf vor, der 1930 als uneheliches Kind in Zürich zur Welt kam und in Mayen in der Eifel aufwuchs. Sie erlaubt, in seinem Bewerbungsschreiben für die Schauspielschule zu lesen. Da schreibt der junge Eleve in seinem letzten Satz: „Ich will Schauspieler werden. Ich muss.“ Wesselys Dokumentation, die zugleich eine Zeitgeschichte erzählt, belegt: Gut, dass auch dieser Wunsch und Wille in Erfüllung ging.

Verfügbare Formate:
2D Deutsch

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