Im Laufe der Zeit

Am Anfang eines gemeinsamen Weges steht einer der dilettantischsten Selbstmordversuche der Filmgeschichte. Robert alias Kamikaze, vermutlich irgendwie angefasst wegen der Trennung von seiner Freundin, fährt mit seinem Käfer einfach mal in die Elbe. Bruno, auch bekannt als King of the Road, lacht sich scheckig. Mit seinem MAN-LKW steht er am Ufer und rasiert sich gerade. So finden zwei Männer zu einer Freundschaft. Von Nord nach Süd, entlang der Elbe, touren sie durch Deutschland. Der Weg führt sie entlang der Grenze zur damaligen DDR. Bruno repariert berufsmäßig Filmprojektoren. Kamikaze ist mit dabei. Die Begegnungen auf der Reise sind flüchtig. Trennung ist unausweichlich, bis die Erkenntnis reift: Es muss alles anders werden.

Wim Wenders' in Schwarz-Weiß gedrehtes Roadmovie IM LAUF DER ZEIT aus dem Jahr 1976 reflektiert über das Verbindende einer Freundschaft sowie über das Trennende zwischen zwei Menschen, die sich vorher gar nicht kannten. Die Kamera schaut einfach zu, welche Kräfte sich dabei freisetzen. Wim Wenders folgte dem Plan wortwörtlich: Ein Drehbuch gab es nicht. Nur die Reiseroute war vorgegeben. Alles Weitere sollte sich im Zusammenspiel von Rüdiger Vogler und Hans Zischler entwickeln. Was nach schierer Improvisation klingt, besticht durch handwerkliche (und bildgestalterische) Qualität.

Deutschland 1976; Regie: Wim Wenders; Drehbuch: Wim Wenders; Darsteller: Rüdiger Vogler, Hanns Zischler, Lisa Kreuzer, Rudolf Schündler, Marquard Bohm u.a.

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Ab 6 Jahren  |  168 Minuten

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