Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão

FSK 12 139 min

Produktion: BR/DE 2019

Regie: Karim Aïnouz

Darsteller: Julia Stockler, Carol Duarte, Flávia Gusmão

Nicht das Schicksal hat die beiden Schwestern Eurídice (Carol Duarte) und Guida (Julia Stockler) getrennt. Es war der Starrsinn ihres Vaters Manuel (Antonio Fonseca). Beinahe hätten sie sich an einem Heiligabend in einem Restaurant wiedergesehen. Dass sie sich verpassen, das ist Schicksal und fasst ans Herz. Im Rio der 1950er Jahre leben die beiden Schwestern. Einst eng verbunden, jetzt ohne voneinander zu wissen. Eurídice, eher in sich gekehrt, will Pianistin werden. Guida, die ältere und lebensfrohere, wollte sie dabei unterstützen. Doch dann bricht Guida aus. Mit einem griechischen Matrosen brennt sie durch. Der Mann lässt sie sitzen. Als die schwangere Tochter nach Hause kommt, weist ihr der Vater die Tür. Über ihre Schwester lügt er sie an: Sie sei nach Wien ans Konservatorium gegangen. Eurídice hat dagegen brav einen Langweiler geheiratet und wird ebenfalls schwanger. Sie wähnt ihre Schwester in Athen. Guida hat jedoch bei einer Prosituierten eine Bleibe gefunden. So schreiben sie sich Briefe an Sehnsuchtsorte, die keine der beiden je erreichte. Epos trifft es ganz gut. Melodram sicher auch. Den in Berlin lebenden Brasilianer Karim Aïnouz treibt die Lust am Erzählen an. Sein Drama DIE SEHNSUCHT DER SCHWESTERN GUSMÃO ist weder Porträt noch Charakterskizze. Aïnouz wirft ein klassisches Gemälde auf die Leinwand: großflächig, vollfarbig und mit ungebrochener Lust am Sentiment. Dieser Mut zum Fabulieren in Bildern schenkt den – vermeintlich unsichtbaren – Frauen Würde und Kraft. Dem Film schenkt er eine positive Grundstimmung. In Cannes erhielt der Regisseur dafür den Hauptpreis in der Reihe Un Certain Regard.

Verfügbare Formate:
2D Deutsch

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