Alles außer gewöhnlich

FSK 6 115 min

Produktion: FR 2019

Regie: Olivier Nakache, Éric Toledano

Darsteller: Vincent Cassel, Reda Kateb, Hélène Vincent |

Bruno (Vincent Cassel) und Malik (Reda Kateb) haben eine Mission: Sie helfen in Paris jungen Menschen mit Autismus. Zum Beispiel Joseph (Benjamin Lesieur), der in der Metro häufig die Notbremse zieht oder Valentin (Marco Locatelli), der seinen Kopf immer wieder gegen die Wand schlägt. Manchmal müssen sie einen ihrer Schützlinge regelrecht einfangen oder wahrhaft von der Straße holen. Ihre Arbeit hat Erfolg, das macht sie aufreibend. Immerzu scheint Brunos Telefon zu klingeln, weil immer neue Hilfe gebraucht wird. Dann aber untersuchen die Behörden ihre Einrichtung. Es droht die Schließung. Ihre Arbeit ist eben nicht offiziell und die Helfer verfügen nicht über staatlich anerkannte Qualifikationen. Die Regisseure Olivier Nakache und Éric Toledano (ZIEMLICH BESTE FREUNDE) haben ebenfalls eine Mission: Sie wollen auf einen realen Missstand im französischen Gesundheitssystem hinweisen. Ihre Tragikomödie ALLES AUSSER GEWÖHNLICH orientiert sich an realen Vorbildern. Stéphane Benhamou (Brunos Alter Ego) und Daoud Tatou (der Malik im Film) engagieren sich seit Jahren mit ihren Vereinen für autistische Kinder. Ihre (chronisch unterfinanzierte) Arbeit ereignet sich außerhalb des Regelwerks, freilich gibt es innerhalb des Systems gar keine Hilfe. Diese Nähe zur Realität vermittelt der Blick auf die beiden Bestmenschen. Fast dokumentarisch muten die Szenen mitunter an. Die Handkamera kommt den Protagonisten sehr nahe. Anrührende, dramatische, komische und aufwühlende Momente gelingen so. In Cannes wurde die Botschaft dieser Helden des Alltags als Abschlussfilm gesendet. Der Abspann baut (wie in ZIEMLICH BESTE FREUNDE) die Brücke zwischen Fiktion und Realität.

Verfügbare Formate:
2D Deutsch

Fehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

Heute noch im Programm